{"id":1314,"date":"2019-01-07T11:40:48","date_gmt":"2019-01-07T10:40:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.diakonie-marbach.de\/?page_id=1314"},"modified":"2019-12-23T10:16:52","modified_gmt":"2019-12-23T09:16:52","slug":"wir-haben-einen-2000-jahre-alten-auftrag","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.diakonie-marbach.de\/index.php\/wir-haben-einen-2000-jahre-alten-auftrag\/","title":{"rendered":"&#8222;Wir haben einen 2000 Jahre alten Auftrag&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #3366ff;\"><strong>\u201eWir haben einen 2000 Jahre alten Auftrag\u201c<\/strong><\/span><\/h1>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1318 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.diakonie-marbach.de\/wp-content\/uploads\/MZ-28.12.jpg\" alt=\"\" width=\"925\" height=\"520\" srcset=\"https:\/\/www.diakonie-marbach.de\/wp-content\/uploads\/MZ-28.12.jpg 925w, https:\/\/www.diakonie-marbach.de\/wp-content\/uploads\/MZ-28.12-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.diakonie-marbach.de\/wp-content\/uploads\/MZ-28.12-768x432.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 925px) 100vw, 925px\" \/><\/p>\n<p>Auch viele Kirchenleute wissen nicht, was wir genau machen\u201c, sagt<br \/>\nRainer Bauer, der im Fr\u00fchjahr die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Diakonie-Bezirksstelle in der Marbacher Schillerstra\u00dfe \u00fcbernommen hat. Beim Stichwort \u201eDiakonie\u201cdenken viele an Kleiderspenden, vielleicht auch noch an das Tafelmobil, doch das Angebot f\u00fcr Bed\u00fcrftige ist viel gr\u00f6\u00dfer.<br \/>\n\u201eWir haben einen 2000 Jahre alten Auftrag\u201c, erkl\u00e4rt er schlicht. Menschen in Not zu helfen, sei der Grunddienst der Kirche.<br \/>\nUnd das ist oft ganz praktische Hilfe. So berichtet Bauer von einer Familie, f\u00fcr die er die Heiz\u00f6lrechnung beglichen hat, weil sie sonst im Kalten gesessen h\u00e4tte, vom Rentner, der mit seiner Frau zusammen von 850 Euro im Monat lebt und den Strom nicht mehr bezahlen konnte, oder von einem alleinerziehenden Vater von drei Kindern, in dessen Geldbeutel sich gerade noch zwei Euro befanden. 70 solcher F\u00e4lle, die dringend Geld- oder Sachleistungen ben\u00f6tigten,hatte Bauer seit seinem Dienstantritt im Kirchenbezirk Marbach. Doch in vielen F\u00e4llen geht es erst einmal um Beratung, betont er. \u201eViele Bescheide vom Jobcenter stimmen nicht, und fast allen Hartz-IV-Empf\u00e4ngern fehlt Geld.\u201c Seine Aufgabe ist dann erst einmal, das zu \u00fcberpr\u00fcfen und bei Widerspr\u00fcchen zu helfen oder auch an einen Rechtsanwalt zu verweisen.<br \/>\nDie Beratung bei der Diakonie umfasst aber beispielsweise auch Hilfe bei der Kurberatung. \u201eViele Frauen sind \u00fcberlastet durch die vielen Anforderungen an sie und vernachl\u00e4ssigen ihre eigenen Bed\u00fcrfnisse\u201c, hat Claudia Hiller-Melcher festgestellt, die sich bei der Diakonie vor allem um dieses Thema k\u00fcmmert.<\/p>\n<p>Ihre Kollegin Marta Maurer-Gaus wiederum ist zust\u00e4ndig, wenn Menschen eine Ehe-, Familien- oder Lebensberatung ben\u00f6tigen, weil hier auch oft die Wurzel vieler Probleme liegt. Seit November bietet zudem Matthias Liegl eine Sprechstunde f\u00fcr suchtgef\u00e4hrdete und suchtkranke Menschen und deren Angeh\u00f6rige. Beratung gibt es aber auch dazu, wie man mit dem knappen Geld besser auskommen kann. \u201eDa bekommen die Klienten von mir dann schon auch einmal Hausaufgaben wie die, sich alle Fixkosten einmal genau anzuschauen und zu \u00fcberlegen, wo man sparen kann\u201c, erkl\u00e4rt Bauer. Gemeinsam wird so ein Weg zur Ver\u00e4nderung entwickelt. Und wenn n\u00f6tig, auch an eine Schuldnerberatung verwiesen. Denn die Diakonie macht nur eine \u201eSchuldnerbegleitung\u201c, wie der Leiter der Bezirksstelle es formuliert. \u201eUnd da w\u00e4ren wir sehr dankbar, wenn wir noch ehrenamtliche Unterst\u00fctzung h\u00e4tten, beispielsweise von ehemaligen Bankern oder Kaufleuten\u201c, \u00e4u\u00dfert er einen gro\u00dfen Wunsch. Ein zweiter Wunsch sind neue und gr\u00f6\u00dfere R\u00e4umlichkeiten.<br \/>\n\u201eWir sto\u00dfen hier an unsere Grenzen, und die Zimmer hier sind auch ziemlich<br \/>\nhellh\u00f6rig.\u201c Von einem \u201eerhobenen Zeigefinger\u201c h\u00e4lt Rainer Bauer \u00fcbrigens nichts. \u201eDie Menschen, die zu uns kommen, sind so froh und dankbar, wenn sie sich einfach mal hinhocken und erz\u00e4hlen d\u00fcrfen, statt st\u00e4ndig gema\u00dfregelt und pauschal verd\u00e4chtigt zu werden\u201c, sagt er. Die Aufgabe der Diakonie<br \/>\nsei es dann, genau zuzuh\u00f6ren und zu ergr\u00fcnden, an welchem \u201eR\u00e4dle\u201c man drehen k\u00f6nne, damit sich die Situation ver\u00e4ndert und Menschen wieder Mut fassen k\u00f6nnen. \u201eMein Job ist es, f\u00fcr Lichtblicke zu sorgen\u201c,<br \/>\nbringt er es auf den Punkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir haben einen 2000 Jahre alten Auftrag\u201c Auch viele Kirchenleute wissen nicht, was wir genau machen\u201c, sagt Rainer Bauer, der im Fr\u00fchjahr die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Diakonie-Bezirksstelle in der Marbacher Schillerstra\u00dfe \u00fcbernommen hat. Beim Stichwort \u201eDiakonie\u201cdenken viele an Kleiderspenden, vielleicht auch noch an das Tafelmobil, doch das Angebot f\u00fcr Bed\u00fcrftige ist viel gr\u00f6\u00dfer. \u201eWir haben einen 2000 Jahre alten Auftrag\u201c, erkl\u00e4rt er schlicht. Menschen in Not zu helfen, sei der Grunddienst der Kirche. Und das ist oft ganz praktische Hilfe. So berichtet Bauer von einer Familie, f\u00fcr die er die Heiz\u00f6lrechnung beglichen hat, weil sie sonst im Kalten gesessen h\u00e4tte, vom Rentner, der mit seiner Frau zusammen von 850 Euro im Monat lebt und den Strom nicht mehr bezahlen konnte, oder von einem alleinerziehenden Vater von drei Kindern, in dessen Geldbeutel sich gerade noch zwei Euro befanden. 70 solcher F\u00e4lle, die dringend Geld- oder Sachleistungen ben\u00f6tigten,hatte Bauer seit seinem Dienstantritt im Kirchenbezirk Marbach. Doch in vielen F\u00e4llen geht es erst einmal um Beratung, betont er. \u201eViele Bescheide vom Jobcenter stimmen nicht, und fast allen Hartz-IV-Empf\u00e4ngern fehlt Geld.\u201c Seine Aufgabe ist dann erst einmal, das zu \u00fcberpr\u00fcfen und bei Widerspr\u00fcchen zu helfen oder auch an einen Rechtsanwalt zu verweisen. 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Gemeinsam wird so ein Weg zur Ver\u00e4nderung entwickelt. Und wenn n\u00f6tig, auch an eine Schuldnerberatung verwiesen. Denn die Diakonie macht nur eine \u201eSchuldnerbegleitung\u201c, wie der Leiter der Bezirksstelle es formuliert. \u201eUnd da w\u00e4ren wir sehr dankbar, wenn wir noch ehrenamtliche Unterst\u00fctzung h\u00e4tten, beispielsweise von ehemaligen Bankern oder Kaufleuten\u201c, \u00e4u\u00dfert er einen gro\u00dfen Wunsch. Ein zweiter Wunsch sind neue und gr\u00f6\u00dfere R\u00e4umlichkeiten. \u201eWir sto\u00dfen hier an unsere Grenzen, und die Zimmer hier sind auch ziemlich hellh\u00f6rig.\u201c Von einem \u201eerhobenen Zeigefinger\u201c h\u00e4lt Rainer Bauer \u00fcbrigens nichts. \u201eDie Menschen, die zu uns kommen, sind so froh und dankbar, wenn sie sich einfach mal hinhocken und erz\u00e4hlen d\u00fcrfen, statt st\u00e4ndig gema\u00dfregelt und pauschal verd\u00e4chtigt zu werden\u201c, sagt er. 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